Tino Hanekamp „So was von da“

Ein Clubbesitzer, Silvesterabend, Geldeintreiber, Abrissparty, alte Jugendliebe – Tino Hanekamp legt mit seinem Erstlingswerk ein rasantes Tempo vor und kippt uns eine Ladung an Extremsituationen vor die Füße. „So was von da“: der Autor weiß wovon er spricht. Als Musikjournalist und Besitzer des Hamburger übel & gefährlich braucht er nichts zu erfinden. Er musste sogar stark untertreiben, damit seine Erzählungen annähernd glaubhaft klingen. Die Realität sei noch weitaus wahnsinniger.

Der Protagonist Oskar Wrobel erlebt eine apokalyptische Nacht. Auf seinen beliebten Club wartet am ersten Neujahrstag die Abrissbirne, in der Silvesternacht soll noch eine Abschiedsparty steigen. Doch bis dahin ist noch furchtbar viel zu tun – und ständig funkt ihm jemand dazwischen. Außerdem hat er Sorgen: Schulden lasten auf ihm, ein Zuhälter verlangt sein Geld, sein Vater ist schwer krank, seine Mutter will nichts von seinen Machenschaften wissen und eine längst verflossene Liebe geistert durch seinen Kopf.

Mit einer langen Einkaufsliste für die Party macht er sich auf den Weg, begegnet Kiez-Größen und entgeisterten Nicht-Hamburgern, trommelt Freunde zusammen, die aber mit eigenen Schicksalsschlägen zu kämpfen haben und erwartet Mathilde – seine Jugendliebe, die sich für den Abend angekündigt hat. Die Stimmung ist eine Konglomerat aus allen denkbaren Gefühlen: bunt, wild, lustig, traurig, aggressiv, schockierend, liebevoll, melancholisch. Spaß und Schmerz liegen dicht an dicht. Aus ausgelassenem Feiern wird schnell jähe Ernüchterung. „Ich befürchte, ich bin wach“ bemerkt der Protagonist an einer Stelle. So viel ist schon zu sagen: ein Happy End wird es nicht geben.

Sowas von da

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